Zu jüngsten nicht-repräsentativen Umfragen bezüglich einer Loslösung des Freistaats Bayern aus der Bundesrepublik Deutschland

 

 

 

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung der Ver­ei­ne Frän­ki­scher Bund e.V. (Frei­staat Bay­ern) und Hen­ne­berg-Itz­grund-Fran­ken e.V. (Frei­staat Thü­rin­gen)

Die Ver­ei­ne Frän­ki­scher Bund e.V. (Frei­staat Bay­ern) und Hen­ne­berg-Itz­grund-Fran­ken e.V. (Frei­staat Thü­rin­gen) distan­zie­ren sich von sepa­ra­tis­ti­schen Bestre­bun­gen im Frei­staat Bay­ern zur Los­lö­sung des­sel­bi­gen aus der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, wel­che dort immer wie­der von der Bay­ern­par­tei und meh­re­ren Poli­ti­kern der CSU vor­ge­tra­gen wer­den.
Die bei­den Ver­ei­ne beken­nen sich aus­drück­lich zur Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und zur Euro­päi­schen Uni­on.
Die bei­den Ver­ei­ne ste­hen eben­falls zum Euro­pa der Regio­nen, wel­ches nicht im Kon­flikt zu den aktu­el­len Natio­nal­staa­ten steht. Eben­so ste­hen die­se für regio­na­le Wirt­schafts­kreis­läu­fe und die Stär­kung regio­na­len Bewusst­seins als Gegen­be­we­gung zu bzw. Ant­wort auf zuneh­men­den über­trie­be­nem Natio­na­lis­mus und völ­kisch-faschis­tisch moti­vier­tem Gedan­ken­gut.
Die bei­den Ver­ei­ne hal­ten aus meh­re­ren Grün­den ein Bun­des­land Fran­ken, wel­ches bis zu sechs Mil­lio­nen Ein­woh­ner haben könn­te, für sinn­voll. In die­sem Zusam­men­hang wei­sen die Ver­ei­ne dar­auf hin, dass der­zeit elf der ins­ge­samt 16 Bun­des­län­der weni­ger als vier­ein­halb Mil­lio­nen Ein­woh­ner auf­wei­sen. Dies ist im Inter­es­se eines fai­ren und zukunfts­si­che­ren Län­der­fi­nanz­aus­glei­ches und wei­te­rer volks­wirt­schaft­li­cher Aspek­te, wie z.B. mög­lichst gerin­ger Pro-Kopf-Ver­wal­tungs­kos­ten, nicht ver­ant­wort­bar.
Die bei­den Ver­ei­ne for­dern die seit 1949 aus­ste­hen­de all­ge­mei­ne Neu­glie­de­rung des Bun­des­ge­bie­tes nach Arti­kel 29 des Grund­ge­set­zes, bei der Bun­des­län­der mit ein­heit­lich etwa fünf bis zehn Mio. Ein­woh­nern ent­ste­hen soll­ten. Denn zu gro­ße Bun­des­län­der erfor­dern eine Mitt­le­re Ver­wal­tungs­ebe­ne, u.a. die Regie­rungs­be­zir­ke in Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg und Nord­rhein-West­fa­len, was aus volks­wirt­schaft­li­cher Sicht und im Inter­es­se des Sub­si­dia­ri­täts­prin­zips unbe­dingt ver­mie­den wer­den muss. Im Inter­es­se demo­kra­tisch legi­ti­mier­ter Ver­tre­tun­gen und Struk­tu­ren stel­len die Ver­ei­ne u.a. auch die von der dor­ti­gen Lan­des­re­gie­rung ein­ge­setz­ten Regie­rungs­prä­si­di­en im Frei­staat Bay­ern eben­falls gene­rell in Fra­ge. Die seit 1949 prak­ti­zier­te Lan­des­ent­wick­lungs­po­li­tik des Frei­staats Bay­ern zei­ge zudem lei­der sehr ein­drucks­voll, wie vor allem in der Flä­che zu gro­ße Bun­des­län­der zu ein­sei­ti­ger För­de­rung ein­zel­ner Regio­nen, hier Ober­bay­ern und spe­zi­ell Mün­chen, und damit zu sys­te­ma­ti­scher Schwä­chung der ande­ren Regio­nen füh­ren. Das aktu­el­le Pro­gramm Invest in Bava­ria set­ze die­se Lan­des­po­li­tik dort nahe­zu unver­än­dert fort. Im Ver­gleich dazu fällt die seit 1990 im Frei­staat Thü­rin­gen prak­ti­zier­te Bevor­zu­gung der Regi­on Erfurt-Wei­mar-Jena auf Grund der deut­lich gerin­ge­ren Grö­ße die­ses Bun­des­lan­des in ihren Aus­wir­kun­gen nur rela­tiv schwach aus.
Für den neu­en Zuschnitt der Bun­des­län­der müs­sen aktu­el­le Wirt­schafts­räu­me, Metro­pol­re­gio­nen, Kul­tur­räu­me und his­to­risch gewach­se­ne Struk­tu­ren in Über­ein­stim­mung und Ein­klang gebracht wer­den. Dies ist nach Auf­fas­sung der bei­den Ver­ei­ne mit nur weni­gen etwas grö­ße­ren Ver­än­de­run­gen und etwas Fein­schliff durch­aus mög­lich. So lässt sich die Anzahl der Bun­des­län­der von der­zeit 16 auf etwa elf Bun­des­län­der redu­zie­ren.

Ein Kommentar

  • Franken statt Bayern

    Die­sem Arti­kel kann ich voll und ganz zustim­men. Ein Bun­des­land Fran­ken wür­de end­lich dem Zen­tra­lis­mus ein Ende in „Bay­ern“ set­zen. Zu beach­ten ist aller­dings, daß gera­de die „wirk­lich“ klei­nen Bun­des­län­der Bre­men, Ham­burg und vor­al­lem Ber­lin (Stadt­staa­ten) und auch das Saar­land extrem viel kos­ten. Ein Bun­des­land hät­te hin­ge­gen die per­fek­te Grö­ße für ein Bun­des­land (Ein­woh­ner­zahl, Flä­che, BIP). Es müss­te end­lich eine Neu­glie­de­rung geben, bei der Fran­ken end­lich berück­sich­tigt wird!

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