Ein Kommentar

  • Im Zusam­men­hang mit „500 Jah­re Rein­heits­ge­bot“ erreich­te uns fol­gen­der Bei­trag:

    Sehr geehr­ter Herr Hoder­lein!
    Ihrer Kri­tik an den – kon­stru­ier­ten – Aus­sa­gen der Lan­de­sau­stel­lung Alders­bach “Bier in Bay­ern” kann man nur zustim­men. Bei­des ist ahis­to­ri­scher Unfug. So renom­miert die heu­ti­ge Braue­rei Alders­bach auch sein mag, sie ist ein Pro­dukt der Moder­ne und hat mit der auch lebens­mit­tel­recht­li­chen Geschich­te nichts zu tun. Die alte Klos­ter­braue­rei der Zis­ter­zi­en­ser war eine Haus­halts­braue­rei und auch inner­halb des kirch­li­chen Brauo­li­go­pols ohne Bedeu­tung. Vor der “klei­nen Eis­zeit ab 1595” war Alders­bach d a s Wein­klos­ter des alten Bay­ern mit eini­gen grö­ße­ren eige­nen Wein­bau­be­trie­ben und einem gro­ßen Besitz an Wein­zehn­ten an der Donau bis vor Regens­burg und bis tief nach Nie­der­ös­ter­reich. Vor der kata­stro­pha­len Kli­ma­ver­schlech­te­rung ab 1595 hat­te Bay­ern zum gro­ßen Teil ein Kli­ma, das nicht nur dem Wein­bau, son­dern vor allem dem Anbau von, wie wir heu­te sagen wür­den: Qua­li­täts­ge­trei­de güns­tig war. Er hat die “rei­chen” Lands­hu­ter Her­zö­ge reich gemacht. Wie Sie zutref­fend aus­sa­gen, haben sich die dama­li­gen Ter­ri­to­ri­al­her­ren vor allem dar­um bemüht, das Brot­ge­trei­de vor einer Ver­wen­dung als Brau­ge­trei­de zu bewah­ren.
    Ahis­to­ri­scher Unfug ist auch die Behaup­tung, das Rein­heits­ge­bot von 1516 sei “die ers­te lebens­mit­tel­recht­li­che Norm” der euro­päi­schen Geschich­te. Das fast fana­ti­sche Gerech­tig­keits­den­ken des Mit­tel­al­ters, wie es sich vor allem in der frän­ki­schen Real­tei­lung aus­ge­drückt hat, war der geschicht­li­che Hin­ter­grund für einen wah­ren Hagel von Ver­brau­cher­schutz­vor­schrif­ten ab dem 14.Jahrhundert, die ihr Zen­trum vor allem im frän­ki­schen Reichs­kreis hat­ten.
    Mit bes­ten Emp­feh­lun­gen
    Dr. ing. (agrar) Dr. Diet­mar Stut­zer
    A-4143 Neustift/ Ober­ös­ter­reich

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